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Stumme Worte, ohne Reue

Zornig waren seine Hände
als sie sich gegen sie erhoben
blind vor unbezähmbarer Wut
und aus Angst um das Glück,
dass es zerbricht

wenn die Hände das Glück nicht
zum Bleiben zwingen,
es nicht in ihrem eisernen Griff
festhalten, mit Drohgebärden
an sich ketten,
solange noch das Leben
in diesen Händen pocht,
und die Sehnsucht in ihnen
Wärme suchend,
über die Narben nie geheilter
Wunden streicht

(später, wenn sie wieder
ruhiger geworden sind)

jedes Mal aufs Neue
mit stummer Reue,
aber ohne Worte –

weil die Worte
vor Entsetzen verstummt,
jedes Mal die Flucht ergreifen
und nirgendwo zu finden sind …

 

©Lyrikinsel

— Ein Gedicht zum Thema:
Gewalt gegen Frauen, die leider weltweit, täglich präsent ist, ob aufgrund von (krankhafter) Eifersucht, Aggression, Machtdemonstration, Unterdrückung, aufgrund von mangelndem Selbstwertgefühl u. Ä. —


 

 

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Nebelworte

… und am Morgen
der erste Gedanke
ans Schreiben

vor dem Fenster
schälen sich die ersten Worte
aus dem Nebel heraus
polieren ihren Glanz auf,
bereit für ein Gedicht

fliegende Blätter des Notizbuchs
führen meine Hand zu einer
leeren Seite –

das Frühstück muss warten,
aber du stellst mir
eine Tasse Kaffee
auf den Nachttisch
bevor du in den
neuen Tag eintauchst

 

©Lyrikinsel


 

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Leere

Im Raum der Zeit
taste ich die Wände ab
sie sind nackt

ich berühre Kälte
und Glätte,
finde keinen Halt –
so fühlt sich
Leere an

ich warte, dass
sie sich füllt

mit deinen Worten,
mit dir …

 

©Lyrikinsel


 

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