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Stumme Worte, ohne Reue

Zornig waren seine Hände
als sie sich gegen sie erhoben
blind vor unbezähmbarer Wut
und aus Angst um das Glück,
dass es zerbricht

wenn die Hände das Glück nicht
zum Bleiben zwingen,
es nicht in ihrem eisernen Griff
festhalten, mit Drohgebärden
an sich ketten,
solange noch das Leben
in diesen Händen pocht,
und die Sehnsucht in ihnen
Wärme suchend,
über die Narben nie geheilter
Wunden streicht

(später, wenn sie wieder
ruhiger geworden sind)

jedes Mal aufs Neue
mit stummer Reue,
aber ohne Worte –

weil die Worte
vor Entsetzen verstummt,
jedes Mal die Flucht ergreifen
und nirgendwo zu finden sind …

 

©Lyrikinsel

— Ein Gedicht zum Thema:
Gewalt gegen Frauen, die leider weltweit, täglich präsent ist, ob aufgrund von (krankhafter) Eifersucht, Aggression, Machtdemonstration, Unterdrückung, aufgrund von mangelndem Selbstwertgefühl u. Ä. —


 

 

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Verzeihen oder bereuen

Der Tag erzählt
über sich
wenn man nachts
die Augen schließt

damit man Worte,
die um einen schwirren,
verzeihen oder
bereuen kann

ehe man die Worte
dem Vergessen der Nacht
überlässt –

verzeihen oder bereuen,
damit der Morgen
ohne Reue, ohne Schuld
beginnen kann.

 

©Lyrikinsel


 

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Unsichtbare Zeichen

Unsichtbare Zeichen
legen sich sachte
auf meinen Weg,
den ich gehe
an allen Tagen
des Lebens

wie viele habe ich
nicht gesehen,
unter meinen Füßen
nicht gespürt
über sie einfach
hinweg geschritten

und sie sind verwelkt
wie alle Blumen
im müden, farblosen
Herbstlicht,
wenn der Sommer sie
schweren Herzens
verlässt, sich mit der Kraft
der Sonne davonmacht …

 

©Lyrikinsel


 

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